ISO 9001

 

Die international anerkannte Norm im Qualitätsmanagement DIN EN ISO 9001:2015 ist Bestandteil der Normreihe 9000 ff.

Basierend auf den Erklärungen der Grundlagen und Begriffe in der 9000 werden in der ISO 9001 die Mindestanforderungen an ein Qualitätsmanagement festgelegt. Ebenso wird festgelegt, dass ein Qualitätsmanagement einem stetigen Verbesserungsprozess unterliegen soll.

 

DIN EN ISO 9001

 

Die acht Grundsätze des QM sind:

  1. Kundenorientierung
  2. Verantwortlichkeit der Führung
  3. Einbeziehung der beteiligten Personen
  4. Prozessorientierter Ansatz
  5. Systemorientierter Managementansatz
  6. Kontinuierliche Verbesserung
  7. Sachbezogener Entscheidungsfindungsansatz
  8. Lieferanteneinbeziehung

Die Einführung eines Qualitätsmanagements ist die Entscheidung eines Unternehmens oder Organisation, sich am Kunden zu orientieren. Die ISO 9001 bietet dabei einen Rahmen, an dem sich ein Unternehmen oder eine Organisation richten kann.

Die Norm ist dabei so allgemein gefasst, dass Sie für alle Unternehmen (z.B. Dienstleister) und alle anderen Organisationen (z.B. Non Profit Organisationen) verwendet werden kann. Dies wird unter anderem dadurch ermöglicht, dass Punkte aus dem Kapitel 7 (Produktrealisierung) der Norm ausgeschlossen werden können.

Eine Zertifizierung nach ISO 9001 ist möglich. Das Zertifikat ist dabei zeitlich befristet. Das erste Zertifikat ist 12 Monate gültig. Danach gibt es zwei Überwachungsaudits. Diese verlängern das Zertifikat jeweils um ein Jahr. Danach ist ein Rezertifizierungsaudit nötig.

Bei der Erstzertifizierung und dem Rezertifizierungsaudit wird die Gesamtheit des Qualitätsmanagements auditiert. Bei den Audits zur Überwachung jeweils nur Teile davon.

Die Qualitätsmanagementnorm ISO 9001:2015 ist in 3 Sprachen veröffentlicht (englisch, deutsch, französisch).

 

Umsetzung der ISO 9001

 

Am Anfang einer Zertifizierung steht der Wunsch ein Qualitätsmanagement zu führen. Diese Gründe können vielfältig sein. Man kann unterscheiden in externe Gründe ( zum Beispiel weil Kunden oder Behörden dies fordern) und interne Gründe (zum Beispiel Imagegewinn durch die Zertifizierung eines Qualitätsmanagementsystems).

Die Norm fordert einen Beauftragten der obersten Leitung, umgangssprachlich auch Qualitätsmanagementbeauftragter oder QMB genannt. Dieser muss der obersten Leitung angehören oder Ihr direkt unterstellt sein. Die Berufung eines QMBs ist in der Regel der erste Schritt zu einem Qualitätsmanagement und somit einer Zertifizierung. Informationen zu den Aufgaben eines QMBs finden Sie hier.

Danach beginnt die eigentliche Arbeit mit der Erstellung der Dokumentation – angefangen bei der Qualitätspolitik und den Qualitätszielen. Danach arbeitet man sich dann vom Groben ins Feine mit der Erstellung der verschiedenen Dokumente vom Qualitätsmanagementhandbuch, den Prozess- und Arbeitsbeschreibungen, der Durchführung eines oder mehrerer Audits, der Managementbewertung etc.. Es ist dabei sinnvoll entweder seinen eigenen QMB über Weiterbildungen so schulen zu lassen, dass er entweder diese Aufgaben eigenständig durchführen kann oder einen externen Berater hinzuzuziehen. Bei Weiterbildungen Ihres Qualitätsmanagementbeauftragten sollten Sie beachten, dass diese sehr zeitaufwendig und teuer sind. Es ist in der Regel nicht mit einem Webinar o.ä. erledigt. Empfehlenswert ist mindestens der Status QMB der TÜV Süd Akademie oder vergleichbare Kurse bei anderen Anbietern. Optimalerweise (und natürlich auch von der Größe des Unternehmens abhängig) besitzt Ihr QMB bei Umsetzung dieser Aufgaben ohne externe Hilfestellung den Wissensstand eines Auditors. Dann kann er das Qualitätsmanagement auch zielgerichtet auf das Audit vorbereiten. Er weiß genau, auf welche Punkte es ankommt, bzw. was der Zertifizierungsauditor genau prüft.

Sollten Sie auf externe Hilfe zurückgreifen, so sollten Sie hier darauf achten, dass der Berater Erfahrungen in Ihrem spezifischen Bereich hat. Dass er mit verschiedenen Zertifizierern zusammenarbeitet, einen möglichst guten Aus- und Weiterbildungsstand im Bereich QM hat und ebenso über praktische Erfahrungen verfügt. Selbstverständlich gibt es auch in diesem Bereich Unterschiede im Preis. Hier bedeutet jedoch nicht ein guter Preis, dass der Berater auch gut ist. Ebenso lässt ein günstiger Preis nicht automatisch Schlüsse auf die Qualität zu. Verglichen mit möglichen Kosten für ein durchgefallenes Zertifizierungsaudit durch schlechte Beratung, sind die Differenzen im Preis zwischen den Beratern dann auch eher gering.

 

Zertifizierungsgesellschaften

 

Es gibt zirka 100 akkreditierte Zertifizierer in Deutschland und weitere nicht akkreditierte. Zu den bekanntesten Zertifizierern gehören zum Beispiel die TÜV Gesellschaften oder auch die Dekra. Lassen Sie sich von Ihrem Berater Angebote von verschiedenen Zertifizierungsgesellschaften unterbreiten. Er kann Sie auch beraten, wer der Richtige für Sie ist.

Bei der Auswahl des Zertifizierers sollten Sie sorgfältig vorgehen, da dies weitreichende Folgen hat. Ein ISO 9001 – Zertifikat von akkreditiertem Zertifizierer ist teilweise anerkannter, als eines von einem nicht akkreditiertem. Gerade zum Beispiel im Automobilbereich und Maschinenbau sind Zertifikate von nicht akkreditierten Zertifizierern teilweise nicht gerne gesehen.

 

Sie haben Fragen? Dann rufen Sie uns gerne an. Oder schreiben uns eine Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

 

 


Informationen:      ISO 9001 Kosten             Fördermittel zur ISO 9001            "schlanke ISO"